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Liquidität verbessern – 7 sofort umsetzbare Wege für mehr Cashflow

15. Februar 2026 · 12 Min. Lesezeit

Liquidität verbessern – Cashflow-Strategien für Selbstständige

Cash is King – diese Weisheit gilt für Selbstständige mehr als für jedes andere Business. Denn es spielt keine Rolle, wie viele Rechnungen Sie schreiben: Wenn das Geld nicht auf Ihrem Konto ankommt, haben Sie ein Liquiditätsproblem.

In diesem Guide zeigen wir Ihnen sieben konkrete Strategien, mit denen Sie Ihre Liquidität sofort verbessern können – ohne mehr zu arbeiten, sondern indem Sie einfach smarter abrechnen und einfordern.

1. Zahlungsziele radikal verkürzen

Viele Selbstständige setzen aus Gewohnheit ein Zahlungsziel von 30 Tagen. Aber warum? Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Ihren Kunden so viel Zeit zu geben.

Zahlungsziel Effekt auf Liquidität Empfehlung
30 Tage Schlecht – Geld kommt erst nach 4-6 Wochen Nur bei Großkunden
14 Tage Gut – Branchenstandard ✅ Empfohlen
7 Tage Sehr gut – schneller Geldeingang Für kleine Beträge
Sofort / Vorkasse Optimal – Geld vor Leistung Onlinekurse, Downloads

💡 Pro-Tipp: Skonto anbieten

Bieten Sie 2% Skonto bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen an. Die meisten Kunden nutzen das – und Sie haben das Geld 3 Wochen früher auf dem Konto. Der „Rabatt" von 2% ist deutlich günstiger als ein Kontokorrentkredit bei der Bank.

2. OPOS regelmäßig prüfen und konsequent mahnen

Prüfen Sie mindestens wöchentlich, ob Ihre Kunden bezahlt haben. Die OPOS-Liste in Lexware Office zeigt Ihnen sofort, welche Rechnungen offen sind.

Der ideale Mahnrhythmus:

  1. Tag 1 nach Fälligkeit: Freundliche Zahlungserinnerung per E-Mail
  2. Tag 7 nach Fälligkeit: Zweite Erinnerung mit Fristsetzung (z. B. 5 Tage)
  3. Tag 14 nach Fälligkeit: Erste Mahnung mit Verweis auf Verzugszinsen (§ 288 BGB)
  4. Tag 28 nach Fälligkeit: Letzte Mahnung mit Androhung von Inkasso

Keine Scheu vor Zahlungserinnerungen! Eine freundliche, professionelle Erinnerung ist kein Affront – sie zeigt, dass Sie Ihr Business ernst nehmen.

3. Einfache Zahlungsmethoden anbieten

Je einfacher es für Ihren Kunden ist zu bezahlen, desto schneller kommt das Geld:

  • QR-Code auf der Rechnung – Kunde scannt und wird direkt ins Onlinebanking geleitet (Lexware Office bietet das nativ)
  • PayPal-Link – Ein Klick, sofort bezahlt
  • SEPA-Lastschrift – Sie ziehen das Geld selbst ein (ideal für Serienrechnungen)
  • Kreditkartenzahlung – Über Zahlungsanbieter wie Stripe oder PayPal

4. Anzahlungen und Teilzahlungen vereinbaren

Gerade bei größeren Projekten (ab 1.000 €) sollten Sie nicht in komplette Vorleistung gehen:

Modell Aufteilung Geeignet für
50/50 50% Anzahlung, 50% bei Abschluss Beratung, Design, Webseiten
30/30/40 30% Start, 30% Meilenstein, 40% Ende Längere Projekte (3+ Monate)
100% Vorkasse Komplettzahlung vor Leistungsbeginn Onlinekurse, Downloads, Coaching

⚠️ Wichtig bei Anzahlungen

Bei Anzahlungen müssen Sie eine Anzahlungsrechnung stellen – mit korrekt ausgewiesener Umsatzsteuer. Lexware Office unterstützt Abschlagsrechnungen nativ. Bei der Schlussrechnung wird die Anzahlung dann verrechnet.

5. Rechnungen sofort stellen

Klingt banal, wird aber oft vernachlässigt: Stellen Sie Ihre Rechnung am Tag der Leistungserbringung – nicht „irgendwann nächste Woche".

Warum Geschwindigkeit zählt:

  • Ihr Kunde hat die Leistung noch frisch im Kopf und bezahlt schneller
  • Bei Soll-Versteuerung entsteht die USt-Pflicht mit Rechnungsdatum – je früher, desto besser für den Kunden (Vorsteuerabzug im gleichen Monat)
  • Professioneller Eindruck: Schnelle Rechnungsstellung = professionelles Business

💡 Pro-Tipp: Mobile Rechnungserstellung

Nutzen Sie die Lexware Office App, um Rechnungen direkt nach dem Kundentermin zu erstellen und per E-Mail zu versenden – noch bevor Sie zurück im Büro sind.

6. Fixkosten regelmäßig prüfen

Liquidität verbessern bedeutet nicht nur mehr Einnahmen – sondern auch weniger unnötige Ausgaben:

  • Software-Abos – Nutzen Sie wirklich alle? Kündigen Sie ungenutzte Tools
  • Versicherungen – Jährlich vergleichen und optimieren
  • Bürokosten – Coworking statt eigenes Büro? Remote statt Pendelkosten?
  • Zahlungsintervalle – Jährliche Zahlung statt monatlicher Raten (oft 10-20% günstiger)

7. Liquiditätsplanung: 13-Wochen-Forecast

Profi-Selbstständige planen ihre Liquidität 13 Wochen im Voraus. Dabei listen Sie für jede Woche auf:

  • Erwartete Einnahmen (aus gestellten Rechnungen + geplanten Aufträgen)
  • Feste Ausgaben (Miete, Versicherungen, Abos)
  • Variable Ausgaben (Material, Werbung, Freelancer)
  • Steuerzahlungen (USt-Voranmeldung, ESt-Vorauszahlung, Gewerbesteuer)

So sehen Sie Engpässe Wochen im Voraus und können gegensteuern – statt am Monatsende überrascht zu werden.

Liquiditätsformel für Selbstständige

Verfügbare Liquidität =
Kontostand + ausstehende Forderungen
− offene Verbindlichkeiten − geplante Steuerzahlungen

Ist das Ergebnis für die nächsten 4 Wochen positiv? ✅ Gut.
Negativ? 🚨 Sofort handeln: Mahnungen verschicken, Zahlungsziele verkürzen, Ausgaben verschieben.

Fazit: Liquidität aktiv managen

Die meisten Liquiditätsprobleme entstehen nicht durch zu wenig Umsatz, sondern durch zu späte oder zu wenig konsequente Geldeintreibung. Die gute Nachricht: Sie können sofort etwas ändern.

  • ✅ Zahlungsziele auf 14 Tage verkürzen
  • ✅ OPOS wöchentlich prüfen und sofort mahnen
  • ✅ QR-Codes und PayPal-Links auf Rechnungen
  • ✅ Bei größeren Projekten Anzahlungen verlangen
  • ✅ Rechnungen am Tag der Leistung stellen
  • ✅ Fixkosten quartalsweise überprüfen
  • ✅ 13-Wochen-Liquiditätsplan führen

Liquiditätsplanung: 13-Wochen-Forecast

Der 13-Wochen-Liquiditätsplan ist das effektivste Werkzeug für Selbstständige. In einer einfachen Tabelle planen Sie wochenweise:

  • Erwartete Einnahmen: Offene Rechnungen mit voraussichtlichem Zahlungseingang
  • Feste Ausgaben: Miete, Versicherungen, Software-Abos, Leasing
  • Variable Ausgaben: Material, Freelancer, Bewirtungen, Werbung
  • Steuertermine: UStVA, Einkommensteuer-Vorauszahlung, Gewerbesteuer

💡 Pro-Tipp

Planen Sie einen Puffer von 20 % auf Ihre Ausgaben ein. Unerwartete Kosten kommen immer – und wer keinen Puffer hat, gerät schnell in Liquiditätsprobleme. Die Quartalsplanung hilft, den Überblick zu behalten.

Sofortmaßnahmen bei Liquiditätsengpässen

Wenn das Konto knapp wird, helfen diese kurzfristigen Maßnahmen:

  1. Offene Posten einfordern: Überfällige Rechnungen sofort anmahnen – viele Kunden zahlen erst nach Erinnerung
  2. Zahlungsziele verkürzen: Statt 30 Tage auf 14 Tage Zahlungsziel umstellen
  3. Skonto anbieten: 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb 7 Tagen – motiviert schnelle Zahlung
  4. Teilrechnungen stellen: Bei längeren Projekten Abschlagszahlungen vereinbaren
  5. Steuervorauszahlungen anpassen: Bei sinkendem Gewinn beim Finanzamt Herabsetzung beantragen

Langfristige Liquiditätsstrategie

Für nachhaltige finanzielle Stabilität:

  • 3-Monats-Rücklage aufbauen: Fixkosten × 3 Monate als Mindestreserve
  • Steuerkonto führen: 25–30 % jeder Einnahme sofort auf separates Konto überweisen
  • Wiederkehrende Umsätze priorisieren: Serienrechnungen und Retainer-Modelle schaffen Planbarkeit
  • Kosten quartalsweise prüfen: Jedes Abo, jede Versicherung hinterfragen

Fazit: Liquidität ist Chefsache

Liquiditätsprobleme sind der häufigste Grund für das Scheitern von Selbstständigen – und gleichzeitig am einfachsten zu vermeiden. Wer seine Zahlen kennt, Rücklagen bildet und offene Posten konsequent einfordert, behält die Kontrolle über seine Finanzen.

Kennzahlen für Ihre Liquiditätssteuerung

Überwachen Sie regelmäßig folgende Kennzahlen:

Kennzahl Berechnung Zielwert
LiquiditätsgradKonto + offene Forderungen / Verbindlichkeiten> 200 %
DSO (Forderungslaufzeit)Ø Tage von Rechnungsstellung bis Zahlung< 30 Tage
Burn RateMonatliche FixkostenRücklage > 3× Burn Rate
Recurring RevenueAnteil wiederkehrender Einnahmen> 40 %

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